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30.01.2019
Jens Fischler



Artikel 13 und veränderte YouTube-Spielregeln beim Layout pausierter Videos

Die ominösen Artikel 11 und 13 zur Urheberrechtsreform der EU sorgten in den vergangenen Wochen für große Unruhe in der Branche.

Sowohl Artikel 11 (Leistungsschutzrecht für Presseverleger) als auch Artikel 13 (Zwang für Upload-Filter) wurden erst einmal ausgesetzt und scheinen vorerst abgewendet. In einer Abstimmung im EU-Parlament wurde deutlich, dass es derzeit keine gemeinsame Linie innerhalb der EU-Mitgliedsländer gibt.

Eine gute Einschätzung aus juristischer Sicht gibt es bei der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE.



Besonders Influencer und vor allem YouTuber sorgten sich schon, wie sie denn künftig ihre Brötchen verdienen werden. Doch des einen Leid ist des anderen Freud.

Für Publisher könnte so eine bisher als utopisch angesehene Traumvision wahr werden. Denn wer bleibt noch übrig, wenn YouTube wirklich die Accounts der privaten YouTuber und damit auch alle Videos löschen müsste? Genau, die großen Medienhäuser.

Ein mögliches Zukunftsszenario: Arbeiteten die Medienhäuser bisher immer noch daran, ihre eigenen Mediatheken zu professionalisieren und im Markt zu etablieren, wären sie plötzlich wieder die einzigen, die noch Content bereitstellen können.

Und das auch noch auf einer Plattform wie YouTube, die die perfekte technische Infrastruktur bietet. Ob das aber nun so passiert ist fraglich und liegt in den Händen von Lobbyisten und dem EU-Parlament.

Was Publisher hingegen auf dem Schirm haben sollten, ist der Fakt, dass YouTube mal wieder etwas an den Spielregeln geändert hat. Während ein YouTube-Video, dass in den Artikel eines Mediums eingepflegt wurde, bisher Zusatzinfos lieferte und den Text auflockerte, lässt es sich YouTube nun nicht mehr nehmen, den Traffic wieder auf die Videoplattform „umzulenken“.



Hierfür hat YouTube extra ein Video-Carousel beim Pausieren des Videos eingebaut.

Und: diese Videos linken zurück auf YouTube und stehen nicht wirklich im thematischen Zusammenhang zum eigentlichen Video. Zum aktuellen Zeitpunkt spricht diese Entwicklung dafür, dass Publisher weiterhin auf eigene Mediatheken setzen und ihrem Video-Content ein passendes Umfeld bieten sollten.

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